Im heitren Saal beim Kerzenlicht,

Wenn alle Lippen sprühen Funken,

Und gar vom Sonnenscheine trunken,

Wenn jeder Finger Blumen bricht,

Und vollends an geliebtem Munde,

Wenn die Natur in Flammen schwimmt, -

Das ist sie nicht die rechte Stunde,

Die dir der Genius bestimmt.

 

Doch wenn so Tag als Lust versank,

Dann wirst du schon ein Plätzchen wissen,

Vielleicht in deines Sofas Kissen,

Vielleicht auf einer Gartenbank:

Dann klingt′s wie halb verstandne Weise,

Wie halb verwischter Farben Guß

Verrinnt′s um dich, und leise, leise

Berührt dich dann dein Genius.


Das Gedicht "Die rechte Stunde" stammt von   (1797 - 1848).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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