Wie lauscht, vom Abendschein umzuckt,

die strohgedeckte Hütte,

recht wie im Nest der Vogel duckt,

aus dunkler Föhren Mitte.

 

Am Fensterloche streckt das Haupt

die weißgestirnte Sterke,

bläst in den Abendduft und schnaubt

und stößt ans Holzgewerke.

 

Seitab ein Gärtchen, dornumhegt,

mit reinlichem Gelände,

wo matt ihr Haupt die Glocke trägt,

aufrecht die Sonnenwende.

 

Und drinnen kniet ein stilles Kind,

das scheint den Grund zu jäten,

nun pflückt sie eine Lilie lind

und wandelt längs den Beeten.

 

Am Horizonte Hirten, die

im Heidekraut sich strecken

und mit des Aves Melodie

träumende Lüfte wecken.

 

Und von der Tenne ab und an

schallt es wie Hammerschläge,

der Hobel rauscht, es fällt der Span,

und langsam knarrt die Säge.

 

Da hebt der Abendstern gemach

sich aus den Föhrenzweigen,

und grade ob der Hütte Dach

scheint er sich mild zu neigen.

 

Es ist ein Bild, wie still und heiß

es alte Meister hegten,

kunstvolle Mönche, und mit Fleiß

es auf den Goldgrund legten:

 

Der Zimmermann - die Hirten gleich

mit ihrem frommen Liede,

die Jungfrau mit dem Lilienzweig,

und rings der Gottesfriede.

 

Des Sternes wunderlich Geleucht

aus zarten Wolkenfloren -

Ist etwa hier im Stall vielleicht

Christkindlein heut geboren?


Das Gedicht "Das Haus in der Heide" stammt von   (1797 - 1848).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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