Eine Sammlung schöner & guter Gedichte über den Sommer - moderne und auch Klassiker; sowohl lang als auch kurz.
Berühmte Sommergedichte
- Der Sommer - Lessing
- Dämmernd liegt der Sommerabend - Heine
- Sommerfrische - Ringelnatz
- Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn - Goethe
- Hörst du wie die Brunnen rauschen - Brentano
- Nur eine Stunde im grünen Wald - Kurs
- Einen Sommer Lang - Liliencron
Sommer
Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergißmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.
Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.
Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
der Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.
Ilse Kleberger, geborene Krahn (1921 - 2012), war eine deutsche Ärztin und Schriftstellerin.
Kurze Sommergedichte
- Am leuchtenden Sommermorgen - Heine
- Sommerbild - Hebbel
- Sommerlied - Geibel
- Sommer - Rollett
- Widmung - Dehmel
- Ein grünes Blatt - Storm
- Sommer - Stadler
- Der Sommer 2 - Hölderlin
- Am Strande - Rilke
- Vormittag am Strand - Morgenstern
Sommergedicht
Ich bin der Sommer
In erbsengrünen Hosen
und kirschrotem Wams
ziehe ich lustig einher.
Heb ich den Finger,
blüh’n Rosen.
Heb ich die Hand,
rauscht die Welle im Meer.
Spiel ich die Flöte,
tanzt der Delfin,
duftet’s nach Wiesengrün
und Jasmin.
Mascha Kaléko, gebürtig Golda Malka Aufen (1907 - 1975), war eine deutschsprachige Dichterin jüdischer Herkunft.
Sommergedichte: Tag & Nacht
- Sommermorgen - Ebner-Eschenbach
- Soll ich Dich einem Sommertag vergleichen? - Shakespeare
- Der Sommertag - Jacobi
- Ein Sommertagstraum - Droste-Hülshoff
- Sommermittag - Flaischlen
- Sommermittag - Storm
- Juni Nachmittag - Baumfeld
- Sommerabend - Rilke
- Sommerabend - Lichtenstein
- Der Sommerabend - Hebel
- Sommernachtszauber - Müller-Jahnke
- Mittsommerabendlied - Jordan
- Sommerabend - Schmidt
- Sommerabend - Dehmel
- Sommerabende, ihr Lauen - Klabund
- Dämmernd liegt der Sommerabend - Heine
- Sommernacht - Keller
- Die Sommernacht - Klopstock
- Die Sommernacht - Unzer
- Hochsommernacht - Greif
- Kirschblüte bei der Nacht - Brockes
- Es schienen so golden die Sterne - Eichendorff
- Mondnacht im Sommer - Holz
- Julinacht - Doermann
Gedichte über das Sommerwetter
- Der Sommerregen - Ahlefeld
- Vor dem Sommerregen - Rilke
- Regensommer - Keller
Gewitter
Der Himmel ist blau
Der Himmel wird grau
Wind fegt herbei
Vogelgeschrei
Wolken fast schwarz
Lauf, weiße Katz!
Blitz durch die Stille
Donnergebrülle
Zwei Tropfen im Staub
Dann Prasseln auf Laub
Regenwand
Verschwommenes Land
Blitze tollen
Donner rollen
Es plitschert und platscht
Es trommelt und klatscht
Es rauscht und klopft
Es braust und tropft
Eine Stunde lang
Herrlich bang
Dann Donner schon fern
Kaum noch zu hör’n
Regen ganz fein
Luft frisch und rein
Himmel noch grau
Himmel bald blau
Erwin Moser (1954 - 2017) war ein österreichischer Kinder- und Jugendbuchautor.
- Gewitter - Stramm
- Hitze - Lesbos
- Schwüle - Meyer
- Im Sommerwinde - Wille
- Sommerfrische - Ringelnatz
- Nordwind im Sommer - Boldt
- Sonnenwende - Uhland
- Johannisnacht (= die kürzeste Nacht des Jahres vom 23. auf den 24. Juni) - Müller-Jahnke
Auf einer Insel
Mit Purpurflügeln
streift der Sommer
mein Herz
Ich liege auf einer Insel
die keinen Namen hat
in einem namenlosen Meer
Fische besuchen mich
und sprechen Gedichte
Ich bemühe mich
sie zu erlernen
Ein Delphin bringt mir
Grüße von Freunden
Sie laden mich ein
allein ich
kann nicht schwimmen.
Rose Ausländer, geborene Scherzer (1901 - 1988), war eine aus der Bukowina stammende deutsch- und englischsprachige Lyrikerin.
Vergleiche auch das Gedicht Stille Insel von Stefan Zweig.
Der Sommer ist eine der 4 Jahreszeiten. Er folgt auf den Frühling und wird vom Herbst abgelöst.
Im Sommer sind die Tage länger als die Nächte, werden aber nach der Sommersonnenwende (am 21. Juni) wieder kürzer.
In Mitteleuropa liegt der potenzielle Höhepunkt des Sommers mit den höchsten Temperaturen ungefähr 3 bis 6 Wochen nach der Sommersonnenwende, also etwa zwischen Mitte und Ende Juli, bei eher kontinentalem Klima etwas früher, bei eher maritimem Klima etwas später.
Der 1. Juni markiert den meteorologischen Sommeranfang. Der astronomische Sommer beginnt üblicherweise zur Sommersonnenwende und endet am 21. September.
Der Sommer zeichnet sich durch relativ hohe Temperaturen, längere Tage, häufigere Gewitter und starke Regenschauer aus.
Der Sommer ist Zeit der Fruchtbildung bei den meisten Pflanzen und die Zeit langer Ferien. Traditionell wird er als allegorische Metapher für eine Blütezeit, einen Höhepunkt, verwendet.
Gedichte über die Monate des Sommers
Das Wort "Monat" ist ein Erbwort, das über mittelhochdeutsches "mānōt" auf die seit dem 8. Jahrhundert bezeugten althochdeutschen Formen "mānōd" zurückgeht. Es ist etymologisch eng verwandt mit "Mond".
Im deutschsprachigen Raum sind die Namen der einzelnen Monate lateinischen Ursprungs (Julianisch-Gregorianische Kalender). Zeitweise (u.a. durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert) wurden aber auch "germanische" Monatsbezeichnungen verwendet, die hier in Klammern aufgeführt sind.
Juni
Der lateinische Name für "Juni" (Brachmond, Brachet) ist Junius nach der römischen Göttin Juno (griechisch: Hera). Sie ist die Göttin der Ehe und Gattin des obersten Gottes Jupiter. In der Zweifelderwirtschaft und der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters begann in diesem Monat die Bearbeitung der "Brache" (ungenutzter Acker oder Wiese). Er ist im Durchschnitt der wärmste Monat in den meisten Teilen der nördlichen Hemisphäre.
Einige Meteoritenschauer finden im Juni statt. Die Arietiden finden jedes Jahr vom 22. Mai bis zum 2. Juli statt und erreichen ihren Höhepunkt am 7. Juni. Die Beta-Tauriden vom 5. Juni bis zum 18. Juli. Die Juni-Bootiden finden jedes Jahr ungefähr zwischen dem 26. Juni und dem 2. Juli statt.
- Schöne Junitage - Liliencron
- Juni Nachmittag - Baumfeld
- Zum Geburtstag im Juni - Busch
Juni
Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde.
Einer Insel gleich trieb sie im Winde.
Prangend trug sie durch den reinen Himmel
Ihrer Jugend wunderbaren Glanz.
Funkelnd lagen ihre blauen Seen,
Ihre Ströme zwischen Wiesenufern.
Rauschen ging durch ihre lichten Wälder,
Große Vögel folgten ihrem Flug.
Voll von jungen Tieren war die Erde.
Fohlen jagten auf den grellen Weiden,
Vögel reckten schreiend sich im Neste,
Gurrend rührte sich im Schilf die Brut.
Bei den roten Häusern im Holunder
Trieben Kinder lärmend ihre Kreisel.
Singend flochten sie auf gelben Wiesen
Ketten sich aus Halm und Löwenzahn.
Unaufhörlich neigten sich die grünen
Jungen Felder in des Windes Atem,
Drehten sich der Mühlen schwere Flügel,
Neigten sich die Segel auf dem Haff.
Unaufhörlich trieb die junge Erde
Durch das siebenfache Licht des Himmels.
Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten
Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.
Marie Luise Kaschnitz (1901 - 1974) war eine deutsche Autorin. Sie erhielt viel Lob für ihre Kurzgeschichten, von denen viele von Ereignissen aus ihrem Leben inspiriert waren (z.B. "Engelsbrücke. Römische Betrachtungen" (1955)). Sie reiste gerne, und ihre Erzählungen sind an den unterschiedlichsten Orten angesiedelt. Sie sind eher nachdenklich als ereignisreich und handeln oft von bestimmten Phasen im Leben einer Frau oder einer Beziehung. Ihre wichtigste Sammlung ist "Lange Schatten" (1960).
Juli
Die Etymologie des Namens "Juli" (Heumond, Heuet, Heuert) geht auf Julius Cäsar zurück, der am 13. des Monats Quinctilis (lat. quintus „der fünfte“) geboren wurde, der ihm zu Ehren später Iulius genannt wurde.
- Juli - Müller
- Juli - Storm
- Julinacht - Dörmann
- Ich bin der Juli - Dehmel
Julikinder
Wir Kinder im Juli geboren
Lieben den Duft des weißen Jasmin,
Wir wandern an blühenden Gärten hin,
Still und in schwere Träume verloren.
Unser Bruder ist der scharlachene Mohn,
Der brennt in flackernden roten Schauern
Im Ährenfeld und auf den heißen Mauern,
Dann treibt seine Blätter der Wind davon.
Wie eine Julinacht will unser Leben
Traumbeladen seinen Reigen vollenden,
Träumen und heißen Erntefesten ergeben,
Kränze von Ähren und rotem Mohn in den Händen.
August
Der Name des Monats "August" (Erntemond, Bisemond (Bise: schneidender, trockener Wind)) leitet sich vom lateinischen Augustus ab, dem Namen, der dem Monat zu Ehren des römischen Kaisers Augustus im Jahr 8 v. Chr. gegeben wurde. Vor ihm war der August im alten römischen Kalender der sechste Monat des Jahres und trug den Namen sextilis (von sextus, sechster).
- August - Storm
August
Das war des Sommers schönster Tag,
Nun klingt er vor dem stillen Haus
In duft und süßem Vogelschlag
Unwiederbringlich leise aus.
In dieser Stunde goldnen Born
Gießt schwelgerisch in roter Pracht
Der Sommer aus sein volles Horn
Und feiert seine letzte Nacht.
Hermann Hesse
Schöne Sommergedichte
- Der Sommer- und Winter-Geheimrat - Fontane
- Des alten Mannes Sehnsucht nach dem Sommer - Hofmannsthal
- Und die Hörner des Sommers verstummten - Heym
- Sommermädchen Küssetausche Lächelbeichte - Gumppenberg
Im Sommer
Dünnbesiedelt das Land.
Trotz riesigen Feldern und Maschinen
Liegen die Dörfer schläfrig
In Buchsbaumgärten; die Katzen
Trifft selten ein Steinwurf.
Im August fallen die Sterne
Im September bläst man die Jagd an.
Noch fliegt die Graugans, spaziert der Storch
Durch unvergiftete Wiesen. Ach, die Wolken
Als Berge fliegen sie über die Wälder.
Wenn man hier keine Zeitung hält
Ist die Welt in Ordnung:
In Pflaumenmuskesseln
Spiegelt sich schön das eigne Gesicht und
Feuerrot leuchten die Felder.
Sarah Kirsch (1935 - 2013, geborene Bernstein) war eine deutsche Schriftstellerin, die neben ihren Erzählungen und Kinderbüchern vor allem durch ihre Gedichte bekannt ist.
- Sommertraum - Baumfeld
- Abseits - Storm
- Danksagung - George
- Hochsommer - Lingg
- Sommerlied - Gerhardt
- König Sommer - Falke
- Dorfkirche Im Sommer - Liliencron
- Sommer - Trakl
- Tag, der den Sommer endet - Benn
- An jenem Tag im blauen Mond September - Brecht
- Septembermorgen - Moerike
Spätsommer
Da du die Zeitung liest
sehe ich das Gras an,
grünes neues Gras
unter dem gelben.
Wenn du sehr liebst,
werden die Haare wieder dunkel.
Wenn du sehr liebst,
werden die Haare weiß.
Hilde Domin, Künstlername von Hildegard Dina „Hilde“ Palm, geborene Löwenstein (1909 - 2006), war eine deutsche Schriftstellerin jüdischer Herkunft. Sie war vor allem als Lyrikerin bekannt und eine bedeutende Vertreterin des „ungereimten Gedichts“.
- Im Sommer - Albrecht
- Sommerbetrachtung - Klabund
- Stadtsommer - Saar
- Spätsommerstimmung - Flaischlen
- Im Sommer - Avenarius
- Sommerelegie - Klabund
Spätsommer
Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag
Voll süßer Wärme. Über Blumendolden
Schwebt da und dort mit mildem Flügelschlag
ein Schmetterling und funkelt sammetgolden.
Die Abende und Morgen atmen feucht
Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau.
Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht
Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau.
Eidechse rastet auf besonntem Stein,
Im Blätterschatten Trauben sich verstecken.
Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein
In Schlaf, in Traum, und warnt dich, sie zu wecken.
So wiegt sich manchmal viele Takte lang
Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt,
Bis sie erwachend sich dem Bann entrang
Zurück zu Werdemut und Gegenwart.
Wir Alten stehen erntend am Spalier
Und wärmen uns die sommerbraunen Hände.
Noch lacht der Tag, noch ist er nicht zu Ende,
Noch hält und schmeichelt uns das Heut und Hier.
Hermann Karl Hesse, Pseudonym: Emil Sinclair (1877 - 1962), war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller, Dichter und Maler.
Siehe auch:
Gedichte