Nasser Staub auf allen Wegen!

Dorn und Distel hängt voll Regen

Und der Bach schreit wie ein Kind!

Nirgends blüht ein Regenbogen,

Ach, die Sonn′ ist weggezogen

Und der Himmel taub und blind!

 

Traurig ruhn des Waldes Lieder,

Alle Saat liegt siech darnieder,

Frierend schläft der Wachtel Brut.

Jahreshoffnung, fahler Schimmer!

Mit den Menschen steht′s noch schlimmer,

Kalt und träge schleicht ihr Blut!

 

Krankes Weib am Findelsteine

Mit dem Säugling, weine! weine

Trostlos oder hoffnungsvoll:

Nicht im Feld und auf den Bäumen -

In den Herzen muss es keimen,

Wenn es besser werden soll!

 

Fleh′ zu Gott, der ja die Saaten

Und das Menschenherz beraten,

Bete heiss und immerdar,

Dass er, unsre Not zu wenden,

Wolle Licht und Wärme senden

Und ein gutes Menschenjahr!


Das Gedicht "RegenSommer" stammt von   (1819 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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