Schläfrig singt der Küster vor,

Schläfrig singt auch die Gemeinde.

Auf der Kanzel der Pastor

Betet still für seine Feinde.

 

Dann die Predigt, wunderbar,

Eine Predigt ohnegleichen.

Die Baronin weint sogar

Im Gestühl, dem wappenreichen.

 

Amen, Segen, Türen weit,

Orgelton und letzter Psalter.

Durch die Sommerherrlichkeit

Schwirren Schwalben, flattern Falter.


Das Gedicht "Dorfkirche im Sommer" stammt von (* 1844-06-03, † 1909-07-22).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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