O weiche Luft voll Blumenduft,

O Vogelsang der Auen,

Wie sehn ich bang mich Monde lang,

Zu lauschen und zu schauen!

Nun lacht die Erde um mich her

Im Sommersonnenscheine –

Der kleine Finke schlägt nicht mehr,

Die Primel verblüht am Raine!

 

Die Rosen blühn aus vollem Grün,

Mit lichtem Tau begossen,

Die Sommerpracht ist aufgewacht,

Die Knospenwelt erschlossen.

Was schein die Flur nur heut so leer?

Ich wandle still alleine –

Der kleine Finke schlägt nicht mehr,

Die Primel verblühte am Raine!


Das Gedicht "Im Sommer" stammt von (* 1856-12-20, † 1923-09-22).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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