Die Mondeslichter rinnen

Aus sterndurchsprengtem Raum

Zur regungslosen Erde,

Die müde atmet kaum.

 

Wie schlummertrunken schweigen

Die Linden rund umher,

Des Rauschens müde, neigen

Herab sie blütenschwer.

 

Nur manchmal, traumhaft leise,

Rauscht auf der Wipfel Lied,

Wenn schaurig durchs Geäste

Ein kühler Nachthauch zieht.

 

Mein Herz ist ruh-umfangen,

Ist weltvergessen still,

Kein Sehnen und Verlangen

Die Brust bewegen will.

 

Nur manchmal, traumhaft leise,

Durchzieht der alte Schmerz,

Wie Nachtwind durchs Geäste,

Das müdgeliebte Herz.


Das Gedicht "Julinacht" stammt von   (1870 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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