Georg Heym
(* 1887-10-30, † 1912-01-16)
Geboren in Hirschberg, Schlesien, gestorben in Berlin.
Deutscher Schriftsteller.
Epoche: Expressionismus

Eine Liste der besten Gedichte von Georg Heym. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne [*] hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil. Zudem sind kurze Gedichte durch ein [K] und lange durch ein [L] bzw. [XL] (episch) gekennzeichnet.

 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z |

A

B

C

D

E

F

G

I

L

M

O

R

S

T

U

V

W

Einordnung

Georg Heym zählt zu den bedeutendsten Lyrikern des frühen Expressionismus. Obwohl sein Leben nur 24 Jahre dauerte, hinterließ er ein literarisches Werk, das die deutsche Literatur nachhaltig beeinflusste. Seine Gedichte zeichnen sich durch düstere Großstadtbilder, apokalyptische Visionen und eine intensive Auseinandersetzung mit den Ängsten und Krisen seiner Zeit aus. Heym gilt als einer der wichtigsten Vertreter jener literarischen Bewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit traditionellen Vorstellungen brach und nach neuen Ausdrucksformen suchte.
Vergleiche auch die Gedichte seiner Zeitgenossen Georg Trakl und Paul Boldt.

 


 

Georg Heym wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg in Schlesien, dem heutigen Jelenia Góra in Polen, geboren. Er wuchs in einer bürgerlichen Familie auf. Sein Vater, Hermann Heym, war Jurist und arbeitete als Staatsanwalt. Die Beziehung zu seinem Vater war von Strenge und Spannungen geprägt. Georg empfand das familiäre Umfeld häufig als einengend und entwickelte schon früh ein starkes Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Während seiner Schulzeit besuchte Heym verschiedene Gymnasien, da die Familie mehrfach umzog. Er galt als intelligenter, aber schwieriger Schüler, der sich nur ungern den bestehenden Autoritäten unterordnete. Bereits in jungen Jahren begann er, Gedichte zu schreiben. Dabei beschäftigte er sich mit großen Themen wie Tod, Vergänglichkeit, Einsamkeit und der Zerstörung menschlicher Lebenswelten. Diese Motive sollten sein späteres Werk entscheidend prägen.

Nach dem Abitur nahm Heym auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium auf. Er studierte unter anderem in Würzburg, Jena und Berlin. Die juristische Ausbildung entsprach jedoch kaum seinen persönlichen Interessen. Vielmehr fühlte er sich zur Literatur hingezogen und suchte nach Möglichkeiten, seine künstlerischen Vorstellungen zu verwirklichen.

Aus Heyms Tagebüchern geht eine besondere Verehrung für Friedrich Nietzsche, Friedrich Hölderlin, Dmitri Mereschkowski und Christian Dietrich Grabbe hervor. Bedeutend war für ihn auch Heinrich von Kleist.

Im Jahr 1910 trat Heym dem "Neuen Club" in Berlin bei, einer Vereinigung junger Schriftsteller und Künstler. Dort begegnete er Gleichgesinnten wie Kurt Hiller und Jakob van Hoddis. Bei literarischen Veranstaltungen, insbesondere dem sogenannten „Neopathetischen Cabaret“, trug er seine Gedichte vor und fand zunehmend Anerkennung. Der Austausch mit anderen jungen Künstlern half ihm, seinen eigenen literarischen Stil weiterzuentwickeln.

1911 erschien Heyms erster Gedichtband "Der ewige Tag" beim Rowohlt Verlag. Das Buch gilt als ein bedeutendes Werk des frühen literarischen Expressionismus. In seinen Gedichten schilderte Heym die moderne Großstadt als einen Ort der Unruhe, der Entfremdung und des drohenden Untergangs. Häufig verwendete er eindrucksvolle Bilder, starke Gegensätze und eine bildgewaltige Sprache. Besonders bekannt wurden die Gedichte "Der Gott der Stadt" und "Der Krieg".

Heyms Dichtung war eng mit den gesellschaftlichen Veränderungen seiner Zeit verbunden. Die Industrialisierung, das rasante Wachstum der Städte und die politischen Spannungen vor dem Ersten Weltkrieg prägten das Lebensgefühl vieler junger Menschen. Während andere Autoren den technischen Fortschritt begrüßten, stellte Heym häufig dessen dunkle Seiten in den Mittelpunkt. Seine Gedichte drücken eine tiefe Unruhe gegenüber einer Welt aus, die zunehmend unüberschaubar und bedrohlich erscheint. Er schrieb aber auch Gedicht, die zumindest in Teilen, "fröhlich & freundlich" erscheinen - vergleiche Der Herbst.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit versuchte Heym, einen passenden beruflichen Weg zu finden. Obwohl er 1911 die erste juristische Staatsprüfung bestand, fühlte er sich im Staatsdienst unwohl. Er beschäftigte sich zeitweise mit dem Erlernen der chinesischen Sprache und erwog auch eine militärische Laufbahn. Im selben Jahr lernte er Hildegard Krohn kennen, der er einige seiner letzten Gedichte widmete (siehe Deine Wimpern, die langen).

Am 16. Januar 1912 ereignete sich die Tragödie, die Heyms Leben beendete. Gemeinsam mit seinem Freund Ernst Balcke ging er auf der Havel bei Berlin Schlittschuhlaufen. Als Balcke ins Eis einbrach, versuchte Heym, ihm zu helfen. Dabei geriet auch er ins Wasser und ertrank genau wie Balcke. Sein Tod im Alter von nur 24 Jahren erschütterte seine Freunde und die literarische Gemeinschaft.





Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen, die in dieser Gedichtsammlung vertreten sind. Alle Lyriker dieser Anthologie befinden sich unter Dichter nach Epochen.



Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Die Texte sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Georg Heym (1887 - 1912). In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.