Schon hungert ihn nach Blut. In roter Tracht
Steht er, ein Henker, vor der Wolken Block
Und einer Pfauenfeder blaue Pracht
Trägt er am Dreispitz auf dem Nachtgelock.

Er springt auf einen alten Kirchen-Turm
Und ruft die Dohlen mit den Nacht-Schalmein.
Sie springen auf den Gräbern unterm Sturm
Zu seiner Flöte weißem Totenbein.

Und das Gewürm, das einen Leib zerstört
Und eine letzte Trauermesse hält,
Es kriecht hervor, da es die Pfeife hört,
Die wie ein Sterbeschrei im Dunkel bellt.


Das Gedicht "Luna [2]" stammt von   (1887 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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