Auf Schlangenhälsen die feurigen Sterne

hängen herunter auf schwankende Türme,

die Dächer gegeißelt. Und Feuer springet,

wie ein Gespenst durch die Gasse der Stürme.

 

Fenster schlagen mit Macht. Und die Mauern, die alten,

reißen die Tore auf in zahnlosem Munde.

Aber die Brücken fallen über dem Schlunde

und der Tod stehet draußen, der Alte.

 

Aber die Menschen rennen, ohne zu wissen

blind und schreiend, mit Schwertern und Lanzen.

Unten hallet es dumpf, und die Glocken tanzen,

schlagend laut auf, von den Winden gerissen.

 

Die Plätze sind rot und tot. Und riesige Monde

steigen über die Dächer mit steifen Beinen

den fiebernden Schläfern tief in die Kammer zu scheinen,

und die Stirne wird fahl wie frierendes Leinen.


Das Gedicht "Die Nacht" stammt von   (1887 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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