Wie dunkel sind deine Schläfen.

Und deine Hände so schwer.

Bist du schon weit von dannen,

Und hörst mich nicht mehr.

 

Unter dem flackenden Lichte

Bist du so traurig und alt,

Und deine Lippen sind grausam

In ewiger Starre gekrallt.

 

Morgen schon ist hier das Schweigen

Und vielleicht in der Luft

Noch das Rascheln von Kränzen

Und ein verwesender Duft.

 

Aber die Nächte werden

Leerer nun, Jahr um Jahr.

Hier wo dein Haupt lag, und leise

Immer dein Atem war.


Das Gedicht "Letzte Wache" stammt von   (1887 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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