Bei dreier Kerzen mildem Lichte

Die Leiche schläft. Und hohe Mönche gehen

Um sie herum, und legen ihre Finger

Manchmal über ihr Angesicht.

 

Froh sind die Toten, die zur Ruhe kehren

Und strecken ihre weißen Hände aus,

Den Engeln zu, die groß und schattig gehen

Mit Flügelschlagen durch das hohe Haus.

 

Nur manchmal schallt ein Weinen durch die Wände,

Ein tiefes Schluchzen wälzt sich in der Lust.

Man kreuzet ihre hageren Finger-Hände

Zum Frieden sanft auf die verhaarte Brust.


Das Gedicht "Die Messe" stammt von   (1887 - 1912).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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