Deutsche Dichterin und Zeichnerin - Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus.
Eine Liste der besten Gedichte von Else Lasker-Schüler. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.
A
- Aber ich finde Dich nicht mehr
- Abschied
- An den Gralprinzen **
- An Gott
- An mein Kind
- An meine Freunde
- Aus der Ferne
C
D
E
- Eifersucht
- Ein alter Tibetteppich ***
- Ein Liebeslied
- Ein Lied *
- Ein Lied an Gott
- Ein Lied der Liebe
- Es kommt der Abend **
F
G
H
I
K
L
- Leise sagen **
M
N
O
S
T
U
V
W
Einordnung
Elisabeth „Else“ Lasker-Schüler wurde 1869 in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal, geboren. Sie war das jüngste von sechs Kindern von Jeanette Kissing (1838–1890; vgl. Meine Mutter) und Aaron Schüler (1825–1897), einem Privatbankier.
Else galt als Wunderkind, da sie bereits im Alter von vier Jahren lesen und schreiben konnte. Ab 1880 besuchte sie das Lyzeum West an der Aue. Nachdem sie die Schule abgebrochen hatte, erhielt sie Privatunterricht im Haus ihrer Eltern.
Im Jahr 1894 heiratete Else den Arzt Berthold Lasker (ein älterer Bruder des langjährigen Schachweltmeisters Emanuel Lasker) und zog mit ihm nach Berlin, wo sie eine Ausbildung zur Künstlerin absolvierte. Am 24. August 1899 kam ihr Sohn Paul zur Welt, und ihre ersten Gedichte wurden veröffentlicht. Drei Jahre später, im Jahr 1902, veröffentlichte sie ihren ersten vollständigen Gedichtband, „Styx“ (z.B. Chaos und Frühling). Darin zeigt sich bereits ihre Mischung aus Melancholie, religiöser Bildlichkeit und leidenschaftlicher Liebessprache.
Im Jahr 1903 erschien Weltende - eines ihrer berühmtesten Gedichte. Im April desselben Jahres ließen sie und Berthold Lasker sich scheiden, und am 30. November 1903 heiratete sie Georg Lewin (bekannter unter seinem Pseudonym Herwarth Walden), Künstler und Gründer der expressionistischen Zeitschrift „Der Sturm“ (in der auch 1910 ihr Gedicht Ein alter Tibetteppich erschien - das zu ihren meistzitierten Liebesgedichten zählt und zarte Liebesrede mit exotischen Bildern verbindet). Das Paar trennte sich 1910 und 1912 wurde die Ehe geschieden.
1906 erschien Lasker-Schülers erstes Prosawerk "Das Peter Hille-Buch" - zwei Jahre nach Hilles Tod; er war einer ihrer engsten Freunde. 1907 erschien die Prosasammlung "Die Nächte der Tino von Bagdad". 1909 publizierte sie das Schauspiel "Die Wupper", das jedoch erst 1919 zur Aufführung kam.
Der Bruch mit bürgerlichen Konventionen prägt ihr literarisches Lebensprojekt von Anfang an. In den Jahren nach ihrer Heirat und der Gründung einer eigenen Familie pendelte sie zwischen Berlin, Paris und anderen kulturellen Zentren. Dort verkehrte sie mit Dichtern (insbesondere Karl Kraus und Gottfried Benn die sie beide sehr schätzen und förderten), Künstlern und Theatermachern, die den Ausdruck eines neuen, expressiven Gefühlslebens forcierten (vgl. Jakob van Hoddis (externer Link)).
Die Form ihrer Gedichte ist oft melodisch, lautmalerisch und bildstark; sie scheut nicht vor sinnlichen, ja fast rituellen Bildern zurück. Ihr Stil ist von einer beinahe theatralischen Sprachführung geprägt, die die Grenzen zwischen Prosa, Poesie und Chanson verschwimmen lässt.
Der frühe Tod ihres Sohnes Paul (1899–1927) durch Tuberkulose stürzte die Dichterin in eine depressive Krise. Diese Erfahrung verstärkte den elegischen Ton ihrer späteren Dichtung. Sie veröffentlichte den Nachruf Mein Sohn.
Obwohl sie 1932 den Kleist-Preis gewann, wurde sie als Jüdin von den Nationalsozialisten physisch bedroht und schikaniert. Sie emigrierte nach Zürich, doch auch dort konnte sie nicht arbeiten und ging daraufhin 1934 ins britisch verwaltete Palästina, um sich schließlich 1937 in Jerusalem niederzulassen. 1938 wurde ihr die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen, und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verhinderte jede Rückkehr nach Europa.
Lasker-Schüler war in Palästina unglücklich. Sie hatte sich das Leben in Jerusalem anders vorgestellt und war enttäuscht. Lasker-Schüler, über 70 Jahre alt und nie mit ihrer Rente auskommend, aber immer noch als „Prinz Yussuf“ verkleidet (ein orientalisches Kostüm das sie bereits seit ihrer Berliner Zeit trug), wurde unter Siedlern und Intellektuellen in Jerusalem zum Spottobjekt. Sie war als rastlose, alte Dichterin nach Aussagen vieler Zeitgenossen in den Straßen Jerusalems stadtbekannt.
Ihre späten Gedichte zeigen eine noch expressivere, fast theatralische Sprachmelodie, in der Erinnerungen an Europa, der Verlust von Heimat und der Blick in eine hoffnungsvolle, neue Welt gegenwärtig bleiben. Im Jahr 1943 erschien ihr letzter Gedichtband "Mein blaues Klavier". Viele Gedichte darin sind von Exil, Heimatverlust und der Zerstörung ihrer künstlerischen Welt geprägt. Das Titelgedicht „Mein blaues Klavier“ wurde zu einem zentralen Text der Exillyrik: Das beschädigte Instrument steht für eine vertriebene, verletzte Kunst und für die verlorene Kindheitswelt.
Im Jahr 1944 verschlechterte sich Lasker-Schülers Gesundheitszustand. Am 16. Januar erlitt sie einen Herzinfarkt und starb am 22. Januar 1945 in Jerusalem. Sie wurde auf dem jüdischen Friedhof am Ölberg beigesetzt.
Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen der bekannten Dichterin Else Lasker-Schüler. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.
Gedichte