Bertolt Brecht
(* 1898-02-10, † 1956-08-14)
Voller Name: Eugen Berthold Friedrich Brecht; auch Bert Brecht.
Deutscher Dramatiker, Librettist, Epiker und Lyriker.

Eine Liste der besten Gedichte von Bertolt Brecht. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne (*) hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil.

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Einordnung

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Er wuchs in gesicherten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen auf. Sein Vater Berthold Friedrich Brecht (1869 – 1939) war Direktor der kaufmännischen Abteilung bei der Augsburger Haindl’schen Papierfabrik. Seine Mutter, Wilhelmine Friederike Sophie (1871 – 1920) kam aus einem kleinen Beamtenhaushalt.
Sein jüngerer Bruder, Walter Brecht (1900 - 1986) wurde später Wissenschaftler und langjähriger Leiter des Instituts für Papierfabrikation der Technischen Universität Darmstadt.

Schon während der Schulzeit zeigte Eugen Brecht, wie der junge Brecht gerufen wurde, großes Interesse an Literatur und begann, eigene Gedichte und Erzählungen zu verfassen. Nach dem Abitur studierte er zunächst Medizin in München, wurde jedoch während des Ersten Weltkriegs als Sanitätssoldat eingezogen. Die Erfahrungen von Krieg, Leid und gesellschaftlicher Ungerechtigkeit prägten sein späteres literarisches Schaffen nachhaltig.
In dieser Zeit entstanden auch einige der bekanntesten Gedichte Brechts, vor allem die „Legende vom toten Soldaten“ und „Luzifers Abendlied“, später umbenannt in „Gegen Verführung“.
Sein Studium nutzte er hauptsächlich, um Vorlesungen zur Gegenwartsliteratur zu besuchen. Er lernte den von ihm bewunderten Lyriker und Dramatiker Frank Wedekind sowie Otto Zarek und Hanns Johst kennen. Im Jahr 1921 brach er das Studium ohne Abschluss formell ab, um als Schriftsteller zu arbeiten.

In den 1920er Jahren entwickelte sich Brecht zu einem der wichtigsten Vertreter der modernen deutschen Literatur (vgl. Gottfried Benn sowie Karl Kraus und Kurt Tucholsky).
Gemeinsam mit Komponisten wie Kurt Weill schuf er Werke, die Theater und Musik miteinander verbanden. Gleichzeitig schrieb er zahlreiche Gedichte, in denen er politische Missstände, soziale Ungleichheit und die Folgen des Kapitalismus kritisierte. Sein Ziel war es, die Leser und Zuschauer zum Nachdenken anzuregen, anstatt sie lediglich zu unterhalten.
Brecht entwickelte sich in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre zum überzeugten Kommunisten und verfolgte fortan mit seinen Werken wie dem Stück „Mann ist Mann“ (Uraufführung 1926) politische Ziele. Er trat aber nie in die KPD ein.

Die erstmals 1927 veröffentlichte Gedichtsammlung "Bertolt Brechts Hauspostille" bestand aus weitgehend früher verfassten Texten. 1928 feierte Brecht mit seiner von Kurt Weill vertonten „Dreigroschenoper“, die am 31. August uraufgeführt wurde, einen der größten Theatererfolge der Weimarer Republik.

Zu seinen bekanntesten Gedichten gehört „Erinnerung an die Marie A.“, das vermutlich um 1920 entstand und erstmals 1927 in der Gedichtsammlung "Hauspostille" veröffentlicht wurde. Das Gedicht schildert die Erinnerung an eine vergangene Liebe und verbindet persönliche Gefühle mit der Vergänglichkeit des Lebens. Obwohl es auf den ersten Blick romantisch erscheint, zeigt es bereits Brechts nüchternen und distanzierten Blick auf menschliche Beziehungen.

Bertolt Brecht hatte zahlreiche Beziehungen, Arbeitsverhältnisse und Freundschaften mit Frauen. Seine bekanntesten "Gefährtinnen" (teilweise auch seine Mitarbeiterinnen) waren Paula Banholzer, Marianne Zoff, Elisabeth Hauptmann, Margarete Steffin, Ruth Berlau und Helene Weigel.

Paula Banholzer (1901 - 1989) und Brecht lernten sich in Augsburg im Frühling 1917 kennen und lieben. Sie war die Mutter seines ersten Sohnes Frank (1919 – 1943) - benannt nach nach damaligem Vorbild Frank Wedekind. Frank Banholzer fiel im Zweiten Weltkrieg.
Etwa im Dezember 1920 lernte Brecht als Augsburger Volkswille-Theaterkritiker die österreichische Sängerin Marianne Zoff kennen und begann mit ihr eine intensive Liebesbeziehung, ohne das Verhältnis mit Paula Banholzer zu beenden. Sowohl Zoff als auch Banholzer wurden 1921 erneut von Brecht schwanger, doch Zoff hatte eine Fehlgeburt, Banholzer möglicherweise eine Abtreibung.

Marianne Zoff wurde wieder schwanger und die Heirat fand am 3. November 1922 in München statt. Die gemeinsame Tochter Hanne Marianne wurde im März 1923 geboren, und starb als verheiratete Hanne Hiob im Jahr 2009.
Gegen Ende des Jahres 1923 lernte Brecht die Schauspielerin Helene Weigel (1900 - 1971) kennen und fing mit ihr ein Verhältnis an. Am 3. November 1924 gebar Helene Weigel ihren und Brechts Sohn Stefan (1924 – 2009). Er wurde Schriftsteller und verwaltete nach dem Tod seiner Eltern das Erbe im englischsprachigen Raum.
Im Jahr 1927 erfolgte dann die Scheidung von Marianne Zoff, die bereits seit 1925 mit dem Schauspieler Theo Lingen liiert war; die beiden heirateten dann 1928.

Im April 1929 schlossen Brecht und Helene Weigel die Ehe - die bis zu Brechts Tod hielt. Das zweite gemeinsame Kind Barbara kam am 28. Oktober 1930 zur Welt. Barbara Brecht-Schall (1930–2015) wurde Schauspielerin und übernahm die Rechteverwaltung und Nachlasspflege für den deutschsprachigen Raum.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 musste Brecht Deutschland verlassen. Sein Exil führte ihn über Österreich, die Schweiz, Dänemark, Schweden und Finnland bis in die USA. Während dieser Jahre entstanden viele seiner wichtigsten Theaterstücke: "Mutter Courage und ihre Kinder" (1941), "Leben des Galilei" (1943) und "Der gute Mensch von Sezuan" (1943).

Ebenfalls in der "Hauspostille" erschien das Gedicht „Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ jedoch erst in einer späteren Fassung: Es entstand 1938 während Brechts Exil in Dänemark und wurde 1939 erstmals veröffentlicht. Das Gedicht erzählt von dem chinesischen Philosophen Laotse, der sein Wissen erst auf Drängen eines Zöllners niederschreibt. Brecht betont damit die Bedeutung des Weitergebens von Wissen und die Verantwortung der Intellektuellen in politisch schwierigen Zeiten.

Ein weiteres bedeutendes Gedicht ist „An die Nachgeborenen“, das zwischen 1934 und 1938 entstand und 1939 veröffentlicht wurde. Das Gedicht beschreibt die schwierigen Lebensbedingungen jener Zeit und richtet sich an zukünftige Generationen. Es fordert Verständnis dafür, dass Menschen unter einer Diktatur oft gezwungen sind, Kompromisse einzugehen, und drückt zugleich die Hoffnung auf eine gerechtere Zukunft aus. Heute gilt es als eines der wichtigsten Exilgedichte der deutschen Literatur.

Besondere Bekanntheit erlangte auch „Fragen eines lesenden Arbeiters“, das 1935 entstand und 1936 erstmals veröffentlicht wurde. Darin hinterfragt Brecht die traditionelle Geschichtsschreibung, die meist nur Könige und Feldherren erwähnt. Stattdessen lenkt er den Blick auf die namenlosen Arbeiter, die Bauwerke errichteten und Kriege mittragen mussten. Das Gedicht ist ein eindrucksvolles Beispiel für Brechts gesellschaftskritische Haltung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte er 1948 nach Europa zurück und ließ sich schließlich in Ost-Berlin nieder. Dort gründete er gemeinsam mit seiner Frau, der Schauspielerin Helene Weigel das "Berliner Ensemble", das zu einem der bedeutendsten Theater Europas wurde.

Bertold Brecht starb am 14. August 1956 in der Berliner Chausseestraße 125, dem heutigen Brecht-Haus. Zusammen mit seiner 1971 verstorbenen Frau Helene Weigel liegt er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin begraben.





Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen die in dieser Gedichtesammlung vertreten sind.

Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Bertolt Brecht. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.