Kurt Tucholsky
(* 1890-01-09, † 1935-12-21)
Pseudonyme: Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.
Geboren in Berlin, gestorben in Göteborg, Schweden.
Deutscher Journalist und Schriftsteller.

Einordnung

Kurt Tucholsky warnte als radikaler Pazifist und Demokrat der Weimarer Republik früh vor dem aufkommenden Nationalismus. Sein feiner Humor und seine messerscharfe Gesellschaftskritik (vergleiche auch die Lyrik von Karl Kraus sowie von Erich Mühsam) prägen sein Werk.
Seine literarischen Verwandten sind Erich Kästner, Bertolt Brecht, und Joachim Ringelnatz sowie Heinrich Heine.

 


 

Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 in Berlin geboren. Sein Vater war der jüdische Bankkaufmann Alexander (Alex) Tucholsky (1855–1905) und seine Mutter war die Lehrerin Doris Tucholski (1861–1943). Er stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie und wuchs mit seinen beiden jüngeren Geschwistern (Fritz (1896–1936) und Ella-Ida (genannt Ellen, 1897–1982)) in einem bürgerlichen Umfeld auf. Nach der Schule studierte er Jura in Berlin und Genf und promovierte 1915 zum Dr. jur. Doch seine eigentliche Leidenschaft galt früh dem Schreiben.

Bereits als junger Mann veröffentlichte Tucholsky Texte in Zeitschriften. Besonders eng verbunden war er mit der „Weltbühne“, einer linken, pazifistischen und kritischen Wochenschrift, deren bekanntester Autor er wurde.
Er schrieb unter mehreren Pseudonymen, darunter Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser. Diese Namen standen für verschiedene Tonlagen seines Werks: mal bissig-satirisch, mal melancholisch, mal politisch anklagend, mal spielerisch-literarisch.

Der Erste Weltkrieg prägte Tucholsky tief. Obwohl er als Soldat eingezogen wurde, entwickelte er sich zu einem entschiedenen Gegner von Militarismus, Nationalismus und obrigkeitsstaatlichem Denken. Nach 1918 griff er in Essays, Gedichten, Glossen und Rezensionen die alten Eliten, die Justiz, das Militär und die aufkommende Rechte scharf an. Sein berühmter Satz „Soldaten sind Mörder“ (aus der Glosse "Der bewachte Kriegsschauplatz" (1931)) wurde später zum Symbol seiner radikalen antimilitaristischen Haltung. Im Jahr 1919 erschien sein Gedichtband "Fromme Gesänge" unter dem Pseudonym Theobald Tiger.

Neben politischen Texten verfasste Tucholsky auch humorvolle Feuilletons, Reiseberichte und Liebesgeschichten sowie zahlreiche Gedichte und Chansons, die oft vertont wurden. Seine Sprache ist klar, pointiert und rhythmisch; er beherrschte die Kunst, mit wenigen Worten gesellschaftliche Zustände bloßzustellen. Er zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern der Weimarer Republik.

Die Medizinstudentin Else Weil und Kurt Tucholsky verbrachten im August 1911 ein gemeinsames Wochenende in Rheinsberg. Dieses Wochenende war die Vorlage für die Erzählung "Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte" (1912). Kurt Tucholsky blieb trotz anderer Beziehungen zu Frauen in Kontakt mit ihr. Neun Jahre nach dem Rheinsberg-Ausflug heirateten die beiden am 3. Mai 1920.
Trotz der Heirat hielt Tucholsky die Beziehung zu Mary Gerold aufrecht, die er während des Ersten Weltkriegs kennengelernt hatte. Nach dem Scheitern der Ehe zwischen Tucholsky und Else Weil heirateten Tucholsky und Mary Gerold am 30. August 1924. Diese Ehe bestand bis zum 21. August 1933. Obwohl sie die Frau seines Lebens war, lebten sie nur phasenweise zusammen und Mary Gerold wurde nach Tucholskys Tod 1935 seine Nachlassverwalterin.
Tucholsky hatte bereits 1927 Lisa Matthias kennengelernt, mit der er 1929 einen Urlaub in Schweden verbrachte. Die beiden waren bis 1931 ein Paar. Der Aufenthalt in dem Dorf Hedlandet am Mälarsee inspirierte ihn zu dem 1931 im Rowohlt Verlag erschienenen Kurzroman "Schloß Gripsholm" (1931), in dem noch einmal die jugendliche Unbeschwertheit und Leichtigkeit von Rheinsberg anklang.

Ab 1924 lebte Tucholsky zeitweise in Frankreich, später überwiegend in Schweden. Die politische Entwicklung in Deutschland beobachtete er mit wachsender Verzweiflung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden seine Bücher verbrannt, seine deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt. Publizistisch Verstummt (sein letzter größerer Beitrag erschien am 8. November 1932 in der Weltbühne), krank und enttäuscht zog er sich immer mehr zurück.

Kurt Tucholsky starb am 21. Dezember 1935 in seinem Haus im schwedischen Hindås, an einer Überdosis Schlaftabletten. Ob aus Versehen oder mit Selbstmordabsichten ist umstritten. Die Asche wurde im Sommer 1936 unter einer Eiche nahe Schloss Gripsholm im schwedischen Mariefred beigesetzt.





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Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Sie sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.

Wir präsentieren hier eine Sammlung guter Gedichte, Sonette und Balladen des bekannten Dichters Kurt Tucholsky. In dieser Liste sind sowohl kurze & lange als auch lustige & nachdenkliche lyrische Werke enthalten.