Ich bin der Nachbar. Ich habe ihn angezeigt.
Wir wollen in unserm Haus
Keinen Hetzer haben.

Als wir die Hakenkreuzfahne heraushängten
Hat er keine herausgehängt
Als wir ihn dazu aufforderten
Hat er uns gefragt, ob wir in unserer Stube
In der wir mit vier Kindern wohnen
Noch Platz haben für eine Fahnenstange.
Als wir sagten, dass wir wieder an die Zukunft glaubten
Hat er gelacht.

Dass sie ihn auf der Treppe geschlagen haben
Hat uns nicht gefallen. Sie haben ihm den Kittel zerrissen.
Das wäre nicht nötig gewesen. So viele Kittel
Hat keiner von uns.

Aber jetzt ist er wenigstens weg, und im Haus herrscht Ruhe.

Wir haben genug Sorgen im Kopf, da
Muss wenigstens Ruhe herrschen.

Wir sehen schon, einige Leute
Schauen weg, wenn sie uns begegnen. Aber
Die ihn abgeholt haben, sagen
Dass wir uns richtig verhalten haben.


Das Gedicht "Der Nachbar" stammt von   (1898 - 1956).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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