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Der Erbe


Ich hebe meine Geige

ganz heimlich unters Kinn

und zieh mit leisem Bogen

ganz heimlich drüber hin.

 

Da hebt mein blondes Dirnlein

den Fuß zum Tanzeschritt;

der Braunen lichtes Stimmlein

singt schon die Weise mit.

 

Die Jüngste wiegt ihr Püppchen:

»Marie Maruschka-ka« -

mit großen dunklen Augen

sitzt stumm mein Bube da.

 

Er kennt vor unserm Fenster

den alten Weidenbaum.

Wiegt auf dem höchsten Wipfel

im Winde sich ein Traum?

 

Mein Sohn, in meinen Tönen

hörst du der Winde Tanz?

Mein Sohn, in meinen Tönen

fliehst du der Wolke Glanz?

 

Mein Sohn, ich bin ein König,

willst du mein Erbe sein?

Du wirst im Sonnenpurpur

ein Fürst der Ferne sein.

 

Ich hab′ ein Schloß voll Schimmer

an einem fernen Meer -

heb′ ich ans Kinn die Geige,

kommt Gruß und Glück daher.



(* 07.10.1862, † 05.03.1926)




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