O wie wohl ist der daran,

Der da kann

Sich begeistern,

Seine Feindin Sorge meistern,

Ist bei Glücke trotzig nicht,

Zag im Leiden,

Der behält in Leid und Freuden

Ein Gesicht!

 

Lacht das Glück, er denkt bei sich:

Hüte dich!

Sonnenscheinen

Kehrt sich bald in Regenweinen.

Heute da auf stillem Meer

Schiffe laufen,

Morgen sieht man sie ersaufen

Ungefähr.

 

Tobt das Glück, ihn trifft es nit:

Sein Gemüth

Felsengleiche

Weichet nie, wird niemals weiche.

Er sitzt allzeit klippenfest,

Ob das Sausen,

Ob das tolle Nordenbrausen

Auf ihn bläst.

 

Laß den Fels bestürmen sehr

Wind und Meer.

Sturm und Wellen

Müssen stets zurücke prellen.

Es steht seiner Wurzeln Erz

Unverletzet;

Nur sein Außen wird benetzet,

Nicht das Herz.

 

Tugend ist das rechte Glück,

Das zurück

Nimmer weichet,

Glück und Unglück wohl abgleichet.

Großmuth sich selbst Alles ist,

Wohnet innen,

Macht, daß du mit Stand der Sinnen

Glücklich bist.


Das Gedicht "Gleichmuth" stammt von   (1626 - 1681).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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