Ziehet hin! spricht zu den Seelen,

Der dem Adam Odem gab.

Geht, ihr Kinder, in die Hölen,

Die ich euch gebauet hab′.

Wandert hin! Kommt wieder her!

Sucht durch Elend Sternenehr′!

 

Unser Gasthaus ist die Erde,

Sie ist unsre Heimath nicht.

Unser Wallen voll Beschwerde

Nach dem Himmel ist gericht′.

Für uns ist kein Bleiben hier,

Jene Wohnstatt suchen wir.

 

Uns schützt wider Sonn′ und Regen

Gottes Hand, der Pilgerhut,

Und der Stab auf unsern Wegen

Ist sein Wort, so Hülfe thut.

Der macht unsern Tritt gewiß

In dem Thal der Finsterniß.

 

Sorgen, Sünden, die uns drücken,

Unsre Wanderbündel sind,

Bis das Reiseziel den Rücken

Von der schweren Last entbind′.

Wann sich endet unser Lauf,

Schlafen wir dann sanft darauf.


Das Gedicht "Pilgerlied" stammt von   (1626 - 1681).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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