Nun, so bist du endlich kommen,

O du langgewünschter Tag,

Der uns alles Leid benommen

Und geendet unsre Plag′!

Tausend Seelen mit Verlangen

Hofften tausend Tag′ auf dich.

Nun du uns bist aufgegangen,

Enden alle Nächte sich.

 

Theurer Tag, der Tage Sonne,

Zeitenkrone, Freund der Welt,

Feind der Unruh′, Länderwonne,

Du durchstrahlst der Erden Zelt!

Und es werden treue Seelen

Von dir heute fangen an

Jahre neuer Ruh′ zu zählen,

Die uns hoch beglücken kann.

 

Du machst unsre Zeiten lachen,

Alles Weinen geht zu Grab;

Treue, Freud′ und Fried′ erwachen,

Weil die Waffen ziehen ab.

Mache fest das Band der Liebe,

Das nicht reiß′ in Ewigkeit!

Gott, uns stäten Frieden giebe

Nach dem langen Kriegesleid!

 

Laß ihn immer grünend bleiben,

Diesen neuen Friedenszweig,

Laß ihn Blüth′ und Wurzeln treiben,

Daß er uns viel Früchte zeig′!

Unsre Schuld mit Gnad′ anschaue,

Daß die Axt in deiner Hand

Ihn im Zorn uns nicht abhaue,

Und der Streit ersteh′ im Land!


Das Gedicht "Friedenslied" stammt von   (1626 - 1681).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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