Es sitzt in trauter Zelle

Am Fenster ein Mägdlein bleich

Und schaut hinab in die Welle,

Da rollen zwei Perlen helle

Wohl in das Wasser gleich.

 

Sie hört eine Flöte von weitem,

Sie blickt auf Schilf und Rohr;

Da keimen verlorene Freuden,

Da sprossen vergessene Leiden

Ihr frisch im Herzen empor.

 

"Die Welle rinnt und schäumet,

Grün Laub schmückt wieder den Baum.

Ach, Frühling, hast lange gesäumet!

Nur ist mir, als hätt′ ich geträumet

Ein′n langen, schweren Traum.

 

"Ich weiß, der Lenz schwebt nieder,

Ich weiß wohl: es ist Mai;

Doch kehren dieselben Lieder,

Dieselben Blumen nicht wieder;

Ist alles anders und neu."


Das Gedicht "Kein Frühling mehr" stammt von   (1798 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

 

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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