Müde bin ich, geh′ zur Ruh′,

Schließe beide Äuglein zu;

Vater, laß die Augen dein

Über meinem Bette sein!

 

Hab′ ich Unrecht heut′ gethan,

Sieh′ es, lieber Gott, nicht an!

Deine Gnad′ und Jesu Blut

Macht ja allen Schaden gut.

 

Alle, die mir sind verwandt,

Gott, laß ruhn in deiner Hand!

Alle Menschen, groß und klein,

Sollen dir befohlen sein.

 

Kranken Herzen sende Ruh′,

Nasse Augen schließe zu;

Laß den Mond am Himmel stehn

Und die stille Welt besehn!

Alternativer Titel: Nachtgebet


Das Gedicht "Müde bin ich, geh zur Ruh" stammt von   (1798 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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