Schlaf’, müde Seele,

daß nichts dich mehr quäle!

schlaf und vergiß

deines Tagewerks Last!

schlaf und vergiß,

wie viel du auch heute

an Lieb und Freude verloren hast,

wie viel es wieder dir

Rosen zerriß ...

schlaf, müde Seele,

schlaf und vergiß!

 

Was dir zerrann

an Glauben und Glück,

in seligem Traum

träum es zurück! ...

Ob die Welt dich auch verdamme,

deiner Sehnsucht heilige Flamme

zwingt die Nacht, durch die du wanderst,

zwingt die Furcht, die dich umdroht,

lodert auf zu frühlingslichtem

ostergoldenem Morgenrot!


Das Gedicht "Schlaf’, müde Seele" stammt von   (1864 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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