Müde schleich ich durch die Morgenstille,
Und es bebt in mir ein fremder Wille.
Wie die Glocken fernes Ave läuten,
Scheint es mir Verachtung zu bedeuten
Meinen Lippen, die noch dunkel bluten
Von des Weibes ungehemmten Gluten;
Hass, dass ich die Tage frei verprasse,
Und ein Armer nicht in Zucht sie fasse.
- Nimmer neid ich euch die Kirchenenge
Und den Küster. Zerren wir die Stränge,
Soll ins Land der Klöppel donnernd hämmern:
Morgenrot! Klabund! die Tage dämmern!
Das Gedicht "Müde schleich ich durch die Morgenstille" stammt von Klabund (1890 - 1928).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Weitere gute Gedichte des Autors:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte