Ein Hügel war′s, wo ich im Gras
Zur Sommerzeit am liebsten saß
Als frohes Kind allein;
Weit um mich her die grüne Au′
Und über mir nur tiefes Blau
Und goldner Sonnenschein.
Da schwärmten Falter mir vorbei,
Und fleiß′ge Bienen summten frei
Mir um das blonde Haar.
Goldkäfer stellten oft sich ein,
Und Grillen musizierten fein
Zum Tanz der Mückenschar.
Und wenn der Tag zu Rüste ging,
Wie selig da mein Auge hing
An Wolken, goldumsäumt!
O, das war tiefe Poesie, -
So lebensvolle, wie ich nie -
Mir je als Mann erträumt.
Das Gedicht "Aus der Kindheit" stammt von Julius Sturm (1816 - 1896).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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