Ein glasgeschnittner Würfel füllte das Zimmer

Sobald es wieder Abend war, den trug

Er oft und stand umtaut von Schimmer.

Draußen ging dunkler Vögel schwerer Flug

Flatternd vorbei und war wie kühles Wehn

Um seine Stirne. Manchmal, wunderbar,

Blieben die fremden Lieder um ihn stehn

Und eine Blume sang in seinem Haar.

Oft schlich er scheu, gebückt in dumpfer Last,

Und sah sich wie ein Feuer, das entlohte.

Augen waren ihm Qual und tief verhaßt,

Der Wald rief ihn, und war doch fremd, und drohte:

Geweih des Hirsches, der weiß im Dunkel stand,

Wollte ihn tragen. Doch der Ast erhob

In bösem Schlage die verkrümmte Hand.


Das Gedicht "Kindheit" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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