Daß Dir zum Ernste des Lebens die Lust an den Spielen der Musen
Freundliche Götter gewährt, Schönes dem Guten gesellt:
Nicht die schlechteste Gabe der Himmlischen ist′s, und Du selber
Freue Dich deß, in der Brust blüht Dir ein ewiger Lenz!
Früchte des Herbstes gewinnt auch ein Anderer; Fülle der Aehren
Wogt ihm entgegen, der Wein quillt ihm vom Hügel herab.
Doch nie sah er die Rosen des Mai′s, nie hört er aus Waldnacht
Flötender Nachtigall wonnige Brautmelodie!
Sommer entflieht ihm und Herbst, es kündet den Winter der Eishauch,
Hin ist das Jahr und er hat – ach! nicht den Frühling geschaut!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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