Gesprochen von Regisseur Koch auf dem k. k. Hofburgtheater zu Wien.

 

Ein halb Jahrhundert sah ich fast entfliehn,

Seit ich, ach, der vergänglichsten von allen,

Der Mimen Kunst so Herz als Kraft geweiht,

Und Manches hab′ ich kommen sehn und schwinden

Im Laufe dieser wechselvollen Zeit,

Und wenig nur stand in dem Wechsel fest.

Doch Eines blieb sich unverändert gleich:

Die Güte, die Ihr freundlich manches Jahr

Dem Streben schenktet so wie dem Gelingen.

Laßt mich in unsrer Aller Namen heut′

Euch danken, mich, dem Dank am meisten ziemt,

Da er am längsten Eurer Huld sich freut,

Und den – wie leicht, Ihr Guten, kann′s geschehn, –

Die nächste Stunde ruft zu weitem Weg! –

Und heut auf′s neue sind wir Euch verpflichtet,

Und heut besonders zeigt Ihr Euch geneigt;

Denn was mißlang, mißlang nur uns allein!

Der Dichter nicht, und nicht sein edles Werk

Darf Eurer Nachsicht heut empfohlen seyn;

Denn, ein bewährter Meister deutschen Sangs,

Gebührt ihm Euer Lob, indeß für uns

Die oft erprobte Milde wir erbitten,

Wenn unsre Kraft nicht bis an′s Ziel gereicht. –


Das Gedicht "Epilog zu Uhlands »Ernst von Schwaben.«" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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