Komm, weil der Hoffnung Schlösser
  so leicht und luftig sind,
Bring Wein! denn das Gebäude
  des Lebens ruht auf Wind.

Dem Hochgesinnten dien ich,
  der unterm blauen Dom
Frei hält sein Herz von jedem
  verstrickenden Gebind’.

Sag ich dir, was im Weinhaus
  mir Trunknem gestern nachts
Für Gruß gebracht ein Bote
  vom himmlischen Gesind’?

O Königsfalk’, hochblickend
  von Edens Zedern einst!
Dein Nisteplatz ist hier nicht
  im Kummertalgewind’.

Von Paradieses Zinnen
  sie rufen laut dir zu:
An diesem Ort der Netze,
  was taumelst du so blind?

O mahn an festen Bund nicht
  die ungebundne Welt!
Die alte Braut, sie wechselt
  die Freier gar geschwind.

Ergib dich ins Gegebne,
  und runzle nicht die Stirn!
Verschlossen mir und dir ist
  die Tür der Wahl, o Kind.

Kein Glaub’ ist bei dem Lächeln
  der Rose, kein Verlaß;
Klag, Nachtigall! Stoff hast du
  zu klagen ungelind.

Warum, o schlechter Reimer,
  beneidest du Hafis!
Wohllaut und Sinnes Anmut
  ist Himmels Eingebind’.

Übersetzung: Friedrich Rückert


Das Gedicht "Komm, weil der Hoffnung Schlösser…" stammt von   (1319 - 1389).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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