Von meiner Hoffnung lass ich nicht,
ich ließe denn mein Leben,
daß einmal noch das Weltgericht
ein Lächeln muss umschweben.
Und kann es nicht durch Gott geschehn,
dass sich die Menschheit liebe,
so muss es mit dem Teufel gehn,
dem sich die Welt verschriebe.
Der Teufel hol Gesetz und Zwang
samt allen toten Lettern!
Er leih dem Geiste Mut und Drang,
die Tafeln zu zerschmettern!
Am Anfang trennte Gottes Rat
die Guten von den Bösen.
Am Ende steht die Menschentat,
den Gottesbann zu lösen.
Stumm starrt der Weltengeist und friert,
wo wild Begriffe toben.
Wenn einst das Wort die Tat gebiert,
wird er uns lächelnd loben.
Das Gedicht "Hoffnung" stammt von Erich Mühsam (1878 - 1934).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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