Die Sonne ruht im Schooße

Des wellenlosen Meeres.

Ein weiter Purpurteppich

Bedeckt die Ruhestätte

Der Herrscherin des Weltalls.

Tieftrauernd schweigt die ganze

Natur umher, und leget

Ihr Feierkleid von reichen

Und mannichfachen Farben

Von sich, und Wald und Wiese,

Und Berg und Thal umhüllet

Derselbe Flor der Trauer.

Gleich einer Leichenkerze

Glimmt bleich des Mondes Sichel

Bei der erhabnen Todten

Einsamen Stätte. Oder

Ist dies vielleicht ihr jüngstes

Unmündig Kind, das trostlos

Dem Grab der Mutter nahet,

Um freien Lauf zu lassen

Der Schwermuth herben Thränen?


Das Gedicht "Der Abend" stammt von   (1808 - 1825).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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