Die Sonne ruht im Schooße
Des wellenlosen Meeres.
Ein weiter Purpurteppich
Bedeckt die Ruhestätte
Der Herrscherin des Weltalls.
Tieftrauernd schweigt die ganze
Natur umher, und leget
Ihr Feierkleid von reichen
Und mannichfachen Farben
Von sich, und Wald und Wiese,
Und Berg und Thal umhüllet
Derselbe Flor der Trauer.
Gleich einer Leichenkerze
Glimmt bleich des Mondes Sichel
Bei der erhabnen Todten
Einsamen Stätte. Oder
Ist dies vielleicht ihr jüngstes
Unmündig Kind, das trostlos
Dem Grab der Mutter nahet,
Um freien Lauf zu lassen
Der Schwermuth herben Thränen?
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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