Noch ist die blühende, goldene Zeit,
o du schöne Welt, wie bist du so weit!
Und so weit ist mein Herz und so klar wie der Tag,
wie die Lüfte, durchjubelt von Lerchenschlag!
Ihr Fröhlichen, singt, weil was Leben noch mait:
noch ist die schöne, die blühende Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!

Frei ist das Herz, und frei ist das Lied,
und frei ist der Bursch, der die Welt durchzieht,
und ein rosiger Kuß ist nicht minder frei,
so spröd' und verschämt auch die Lippe sei.
Wo ein Lied erklingt, wo ein Kuß sich beut,
da heißt's: Noch ist blühende, goldene Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!

Ja, im Herzen tief innen ist alles daheim,
der Freude Saaten, der Schmerzen Keim.
Drum frisch sei das Herz und lebendig der Sinn,
dann brauset, ihr Stürmer, daher und dahin!
Wir aber sind allzeit zu singen bereit:
noch ist die blühende, goldene Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!


Das Gedicht "Noch sind die Tage der Rosen" stammt von   (1824 - 1896).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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