Wir gingen durch die stille milde Nacht,

dein Arm in meinem, dein Auge in meinem.

Der Mond goß silbernes Licht über dein Angesicht,

wie auf Goldgrund ruhte dein schönes Haupt.

Und du erschienst mir wie eine Heilige,

mild, mild und groß und seelenübervoll,

heilig und rein wie die liebe Sonne.

Und in die Augen schwoll mir ein warmer Drang,

wie Tränenahnung.

Fester faßt′ ich dich und küßte, küßte dich ganz leise.

Meine Seele weinte.


Das Gedicht "Nachtgang" stammt von   (1865 - 1910).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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