Um eine Hoffnung ärmer.

Betratst du je ein Haus

Mit hoffendem Verlangen

Und bist von dannen drauf

Gesenkten Blicks gegangen,

Um eine Hoffnung ärmer?

 

Wie anders schien die Welt

Auf deinem ersten Gange,

Als da du kehrst zurück

Mit sorgenbleicher Wange,

Um eine Hoffnung ärmer!

 

Wie bohren sich ins Hirn

Die heißen Sonnenstrahlen!

Wie bebt das kranke Herz

In wilden Fieberqualen,

Um eine Hoffnung ärmer!

 

Zerreißend dringt ins Ohr

Der Straßen Lärmgewühle –

Ach, daß du könntest ruhn,

Das Haupt auf weichen Pfühle –

Um eine Hoffnung ärmer!

 

Ach, daß das schwere Herz

Der Tränen sich entlüde!

Geduld! Noch kurzen Weg! –

Wie wandelst du so müde,

Um eine Hoffnung ärmer!

 

Da endlich winkt das Heim …

Wohin sollst du dich wenden?

Aus allem Winkeln raunt’s

Und von den düstern Wänden:

»Um eine Hoffnung ärmer!«


Das Gedicht "Um eine Hoffnung ärmer" stammt von   (1862 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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