Wenn die Hoffnung nicht wär′,

Wir lebten nicht mehr!

Sie allein kann uns trösten,

Kann lindern die Pein.

Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

Die Armuth, sie weint,

Ihr Gold wird verpraßt;

Die göttliche Wahrheit,

Sie ist verhaßt!

Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

Vor Gott sind wir gleich,

Hier aber liegt, ach!

In der Wiege die Größe,

In der Wiege die Schmach!

Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

Nur der Adel regiert,

Der Bürger ist Sclav,

Und ist doch voll Weisheit,

Ist kräftig und brav!

Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

Unser Recht vom Himmel,

Sie schlugen′s entzwei;

Sie traten′s mit Füßen,

Und wir dachten dabei:

Wie gieng es denn hin, wie gieng es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

So ha′n wir gehoffet,

Und hoffen noch jetzt;

Aber Hoffen und Harren

Macht Narren zuletzt.

Es ging besser hin, es ging besser her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!

 

Unsre Hoffnung ist der Geist,

Der die Ketten zerreißt;

Unsre Hoffnung ist das Schwert,

Gen Tyrannen gekehrt!

Wie ging es denn hin, wie ging es denn her,

Wenn die Hoffnung nicht wär′!


Das Gedicht "Hoffnung" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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