Du brachst im schönen Leib der Landschaft auf.

Wie eine Eiterbeule aufbricht, brachst du

Auf in den Tag und liegst du gleißend nun

Unter den Sternen nachts.

 

Nun gehen alle großen Straßen zu dir hin:

Zu dir die Mühsal-Straßen, staubbedeckt,

Die Eisen-Adern, und die unsichtbaren

Straßen der Luft spannen sich nach dir hin.

 

Und alle großen Ströme münden in dich ein:

In dich die breiten, breiten Ströme Blut,

Die Ströme Lust, die Ströme Schmerz, es stürzen

Zu dir die tausendfachen Ströme Tod.

 

Daß, wer in dich trieb, Wirbel, sieht zurück

Und sieht nur Weg: sieht noch in Kindheitsjahren

Von Kindheitsdrachen sehnsuchtsvoll befahren

Nach dir ein ziellos reines Blau.


Das Gedicht "Gesang an die Stadt" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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