Du brachst im schönen Leib der Landschaft auf.
Wie eine Eiterbeule aufbricht, brachst du
Auf in den Tag und liegst du gleißend nun
Unter den Sternen nachts.
Nun gehen alle großen Straßen zu dir hin:
Zu dir die Mühsal-Straßen, staubbedeckt,
Die Eisen-Adern, und die unsichtbaren
Straßen der Luft spannen sich nach dir hin.
Und alle großen Ströme münden in dich ein:
In dich die breiten, breiten Ströme Blut,
Die Ströme Lust, die Ströme Schmerz, es stürzen
Zu dir die tausendfachen Ströme Tod.
Daß, wer in dich trieb, Wirbel, sieht zurück
Und sieht nur Weg: sieht noch in Kindheitsjahren
Von Kindheitsdrachen sehnsuchtsvoll befahren
Nach dir ein ziellos reines Blau.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Passend zur Thematik, ein paar ausgesuchte Gedichte anderer Autoren:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte