Schon fern, in dämmernder Verschönung
 Die ernste Linie einer deutschen Stadt,
 Geschmiegt in Wolken von so zarter Tönung,
 Wie sie allein der Juniabend hat.


Im Uferpark Musik aus dunklen Lauben,
 Ein Lied: kennst du das alte Lied nicht mehr?
 So lieb, so trüb wie Saft aus schweren Trauben
 Ganz langsam quillt das Lied die Wellen her.


Da klingt dein Herz, als ob es Heimweh hätte,
 Und sieht doch diese Stadt zum erstenmal,
 Zum erstenmal die dunkle Silhouette,
 Die schleiernd tränt im fahlen Mondenstrahl.


Das Gedicht "Stadt am See (Konstanz)" stammt von   (1881 - 1942).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte