Als deine Mutter dich empfing,

die Welt in lauter Rosen ging:

drum gleichen deine Lippen einem Rosenpaar,

drum sind deine Augen so blütenklar.

Als deine Mutter dich empfing,

des Sommers Mund an der Erde hing:

deshalb mit so dürstender Geberde

umschlingst du mich, deine liebe Erde.

Als deine Mutter dich empfing,

über meine Mutter ein Schauer ging.

Mond schien in ihren Mädchentraum,

sah Rosen an einem Lorbeerbaum ...


Das Gedicht "Vorfrühling" stammt von   (1859 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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