Die Wellen rauschen, es nachtet,

Der Mond scheint mit Verdruß,

Geschlagene Soldaten

Marschiren über den Fluß.

 

Dort nicken die ungeheuern

Felsberge gespensterhaft,

Es raget über dem Wirrsal

Die düstre Prachtlandschaft.

 

Ein Schauer, machtvoll, herrlich,

Weht durch die stumme Natur,

Als wäre ein Gott gestorben,

Ist ringsum Trauer nur.

 

Auch in den wunden Gemüthern

Der Krieger lagert Nacht,

In tausend Herzen dunkelts,

Doch es dunkelt ohne Pracht.

 

Genommen ist die Fahne,

Gefallen der beste Held,

Das Vaterland ist verloren

- Gewonnen die weite Welt.


Das Gedicht "Naturschauer" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte