Es war in schönen Tagen,
Als ich so mit ihr ging,
Mein Auge mit Behagen
An ihren Zügen hing.
Dort unter Schattenbäumen
War eine traute Bank,
Dort faßt ich ohne Säumen
Sie um die Hüfte schlank.
Ihr Köpfchen legt sie leise,
Erröthend sanft an mich,
Eine Thräne eine heiße,
Aus ihrer Wimper schlich.
In Armen halt ich selig
Das jugendreiche Kind,
Die Athemzüge zähl ich
Und schaue schier mich blind.
Ob sie mich liebt? Ich leide
Den Tod, o daß ich wüßt!
Da hatten wir uns Beide
Zu gleicher Zeit geküßt.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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