Ueberm Wasser rauscht das Segel,

Schwellend in der Winde Wuth,

Und die hohen kalten Sterne

Blitzen aus der Wogenfluth -

Steuermann,

Bleibe fest und wohlgemuth!

 

Auf dem Schifflein treibt mein Liebchen,

Mit dem Vater zog sie fort,

Bald ja will sie wieder kommen,

Eh der Strauß am Hut verdorrt -

Steuermann,

All mein Glück hast du am Bord!

 

Ha! was ruft ihr aus den Wellen?

Sturm, verwehe nicht den Klang!

War das Lebewohl, wars Hülfruf,

War es muthiger Gesang?

Steuermann,

Deine Kühnheit macht mir bang.

 

Wolken löschen aus die Sterne,

Wilder Regen, schwarze Nacht;

Ferne Donner hör ich rollen,

Mir entschwunden ist die Yacht -

Steuermann,

Ha, du hast so toll gelacht!


Das Gedicht "Am Ufer" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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