Als ich in dein Herz voll heißer Liebesfreud

Warf einmal ein Wörtlein kühler Nüchternheit,

Da zerging die Rose deiner Wangen,

Laut zu weinen hast du angefangen.

 

Sprangest auf und wieder sankest du zurück,

Wie Verzeihung flehend drang in mich dein Blick,

Hast dich wild an meine Brust geschwungen,

Mich geküßt, umklammert und umschlungen.

 

Aber ich - erbebte. Solche Schmerzenskraft

Wandelte die Liebe mir in Leidenschaft -

Auf die schönen Augen schaut ich nieder,

Auf die Fülle wonnereicher Glieder.

 

Nur ein Wort von mir, und heitrer Himmel bricht

Aus dem theuren Antlitz, o so lieb und licht.

Ewigen Gruß dir, wundervolle Stunde,

Ich frohlocke dir mit Herz und Munde!


Das Gedicht "Entscheidung " stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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