Ich sitze hier am Schreibtisch

Und schreibe ein Gedichte,

Indem ich in die Tinte wisch

Und mein Gebet verrichte.

 

So giebt sich spiegelnd Vers an Vers

In ölgemuter Glätte.

Nur selten fragt man sich: Wie wärs,

Wenn es mehr Seele hätte?

 

Die Seele tut mir garnicht weh,

Sie ist ganz unbeteiligt.

Nackt liegt sie auf dem Kanapee

Und durch sich selbst geheiligt.

 

Des Abends geh ich mit ihr aus,

Im Knopfloch eine Dalie.

Ich selber heiße Stanislaus,

Sie aber heißt Amalie.


Das Gedicht "Prolog" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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