Ich hab am lichten Tag geschlafen.

Es weint das Kind. Es blökt das Rind.

In meinem Weidenbaume trafen

Sich Leiseklug und Lockenlind.

 

Kaum weiß ich noch, warum ich lebe.

Vereist mein Blick. Mein Blut verstürmt.

Wenn ich die Brust im Atem hebe,

Sind Felsen über sie getürmt.

 

Die Schwester auch am Nebelhafen,

Sie bietet süße Brust dem Wind.

Vor klingender Taverne trafen

Sie Leiseklug und Lockenlind.

 

Den Sternen, die am Himmel pochten,

Warf Köcher ich und Becher hin.

Ich bin mit Mohn und Tod verflochten

Und weiß nicht mehr, ob ich noch bin.


Das Gedicht "Ich hab am lichten Tag geschlafen..." stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte