Ich schwelle in meiner Flut über die Erde.

Es wirft meine wilde Welle Tang an den Strand,

Muscheln, violette Quallen und kleine Seepferde.

 

Aber der Ekel zischt, daß ich mich gezeigt.

Ich krieche in mich zurück,

Und der Nordwind schweigt.

 

Ebbe ist... Kinder gehen, sammeln, suchen

Und sehen Krabben, nasse Sterne,

Erstaunlichstes Getier.

 

Ich aber bin längst in der Ferne wieder bei mir.

 

Und was ich an den Strand warf, stirbt in der Luft

Oder in des Menschen Hand. -

Nur die Taschenkrebse graben sich

Mit ihren Scheren in den Sand.

Sechs Stunden warten sie bis zur nächsten Flut. -

Die Taschenkrebse kennen mich gut.


Das Gedicht "Das Meer" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte