Sie hing wie eine Latte

Vom Schranke steif und stumm.

Am Morgen sah′s ihr Gatte,

Lief nach dem Polizeipräsidium.

 

»Meine Frau«, so schrie er, »ist verschieden...«

Doch der Polizeiwachtmeister Schmidt

Rollte blutig seine Augen:

»Wie denn, ha′m Sie den Jeburtsschein mit?«

 

Dieses hatte er mitnichten,

Und er setzte sich in Trab,

Spät entsann er sich der ehelichen Pflichten,

- schnitt sie ab.

 

Und er legt den Strick an seine Kehle,

Vor dem Spiegel, peinlich und honett.

Nimmt noch einen Schluck, befiehlt Gott seine Seele

- schwapp, schon baumelt er am Ehebett.


Das Gedicht "Berliner Ballade" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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