Ich bin der Tischler Josef,

Meine Frau, die heißet Marie.

Wir finden kein′ Arbeit und Herberg′

Im kalten Winter allhie.

 

Habens der Herr Wirt vom goldnen Stern

Nicht ein Unterkunft für mein Weib?

Einen halbeten Kreuzer zahlert ich gern,

Zu betten den schwangren Leib. -

 

Ich hab kein Bett für Bettelleut;

Doch scherts euch nur in den Stall.

Gevatter Ochs und Base Kuh

Werden empfangen euch wohl. -

 

Wir danken dem Herrn Wirt für seine Gnad

Und für die warme Stub.

Der Himmel lohns euch und unser Kind,

Seis Madel oder Bub.

 

Marie, Marie, was schreist du so sehr? -

Ach Josef, es sein die Wehn.

Bald wirst du den elfenbeinernen Turm,

Das süßeste Wunder sehn. -

 

Der Josef Hebamme und Bader war

Und hob den lieben Sohn

Aus seiner Mutter dunklem Reich

Auf seinen strohernen Thron.

 

Da lag er im Stroh. Die Mutter so froh

Sagt Vater Unserm den Dank.

Und Ochs und Esel und Pferd und Hund

Standen fromm dabei.

 

Aber die Katze sprang auf die Streu

Und wärmte zur Nacht das Kind. -

Davon die Katzen noch heutigen Tags

Maria die liebsten Tiere sind.


Das Gedicht "Weihnacht" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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