Emsig dreht sich meine Spule,

Immer zur Musik bereit,

Denn ich bin die Harfenjule

Schon seit meiner Kinderzeit.

 

Niemand schlägt wie ich die Saiten,

Niemand hat wie ich Gewalt.

Selbst die wilden Tiere schreiten

Sanft wie Lämmer durch den Wald.

 

Und ich schlage meine Harfe,

Wo und wie es immer sei,

Zum Familienbedarfe,

Kindstauf oder Rauferei.

 

Reich mir einer eine Halbe

Oder einen Groschen nur,

Als des Sommers letzte Schwalbe

Schwebe ich durch die Natur.

 

Und so dreht sich meine Spule,

Tief vom Innersten bewegt,

Bis die alte Harfenjule

Einst im Himmel Harfe schlägt.


Das Gedicht "Die Harfenjule" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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