Es bebt der silberne Drache,
Schwankt, hüpft und steigt -
Nun sei der Windgott dir geneigt!
Der Motor schreit.
He, auf der Hut! und wache!
Daß nicht der Lüfte und der Kugeln Rache
Dich nieder auf die Erde speit…

Es sinkt das Land,
Die Stadt Ist wo?
Verweht, verweht,
Ein braunes Blatt.
Es böet…
Jetzt fest die Kurbel in die Hand…
So…

Der Motor singt…
Den Hebel hoch! daß eine Bombe
In feiger Feinde Katakombe
Verheerend springt.

Jedjede Muskel spannt sich straff wie eine Sehne.
Qualmgrauer Nebel überrußt den Raum.
Du steigst aus seinem Schaum
Ins Licht wie Anadyomene.

Dreitausend Meter…
Die Welt vergeht…
Nun ziehst du groß im Äther
Als goldener Planet.
Du ziehst im Zug der Sterne
Gehoben aus der Zeit,
Und fliegst in alle Ferne
Und alle Ewigkeit.


Das Gedicht "Der Flieger" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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