Wenn die Schäferflöte

Sanfte Lieder tönt,

Und die Abendröthe

Das Gefild verschönt,

 

Tritt im Silberglanze,

Aus dem Wolkenchor,

Mit dem Sternenkranze,

Still der Mond hervor.

 

Lächelt dann voll Milde,

Auf die Welt herab;

Hellet Luftgefilde,

Hellt das stille Grab.

 

Lockt mit seinen Strahlen

Frieden in die Brust!

Mildert Schmerz und Qualen,

Giebt uns süße Lust.

 

Ach! in Wehmuthsträume

Er so gerne wiegt,

Daß in beßre Räume

Auf die Seele fliegt.

 

Ruft der Kinderjahre,

Längst entschwund'nes Glück!

Ihre Festaltare

Rufet er zurück.

 

Zeiget unsern Blicken

Wesen halb verhüllt;

Zeiget, o Entzücken,

Ferner Lieben Bild.


Das Gedicht "Der Mond" stammt von   (1801 - 1877).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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